Khumusalaba

Khumusalaba – ein kleines Dorf im Westen Kenias, ca. eine Stunde nördlich der Stadt Kisumu und des Viktoriasees gelegen, unterscheidet sich eigentlich nicht groß von anderen Dörfern der weiteren Umgebung. Eine große Straßenkreuzung, windschiefe Holzbuden, an der Kreuzung verschiedene kleine Geschäfte, überall sind Menschen unterwegs, zu Fuß, auf Fahrrädern und mit Lastkarren. Geprägt ist das Landschaftsbild von hügeligem Gelände, mit viel Grün und staubigen, roten Strassen… dazwischen findet man die Lehmhütten der Luhya, einem kenianischen Volksstamm, der hier hauptsächlich angesiedelt ist. Zwischen den Hütten laufen Vieh und Hühner frei herum und suchen nach Essbarem. Kleine Shambas (Suaheli für Feld) umranden die einzelnen Grundstücke ihrer Bewohner.

Das Leben ist einfach. Von dem wenigen, was die Felder hergeben, wird der Lebensunterhalt der Menschen bestritten. Mais ist das Grundnahrungsmittel und wird in vielen Variationen zubereitet. Gekocht wird meist an einer offenen Feuerstelle, geschlafen auf Bastmatten auf dem Boden. Nur wenige Menschen besitzen Mobiliar. AIDS hat vielen Kindern die Eltern genommen, so dass sie nun von ihren Großeltern aufgezogen werden. Gewalt in der Familie, hohe Arbeitslosigkeit, Alkohol und das Ausbleiben der großen Regenzeit in den letzten Jahren kommt erschwerend hinzu. Es gibt kaum Möglichkeiten etwas hinzuzuverdienen. Die Frauen waschen für andere, oder beackern für einen Hungerlohn die Felder besser gestellte Familien. Ca. 70 Cent am Tag, vielleicht 1 Euro lässt sich damit verdienen. Zu wenig, um die ganze Familie zu ernähren, geschweige denn, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen.

Die Männer versuchen mit einem kleinen Handel ihre Existenz zu sichern und verkaufen von dem Geernteten in einer der windschiefen Holzbuden an der Straßenkreuzung. Für die Alten gibt es kaum eine Möglichkeit einer Arbeit nachzugehen. So leben sie von der Hand in den Mund, ernähren sich teilweise von Abfällen, oder im schlimmsten Fall müssen sie über mehrere Tage hungern. Ohne Bildung lässt sich dieser Kreislauf der Armut nicht durchbrechen. Bei den staatlichen Grundschulen fallen zwar keine Schulgebühren mehr an, jedoch müssen die Kinder eine Schuluniform tragen und exakt vorgegebenes Schulmaterial in die Schule mitbringen. Für die meisten Familien in dieser Gegend unerschwinglich.

Es gibt vor Ort einige staatliche Grundschulen. Diese sind jedoch hoffnungslos überfüllt, meist besuchen mehr als 100 Schüler eine Klasse. Die Lehrer erhalten kein regelmäßiges Gehalt und es fehlt an Unterrichtsmaterial.

Seit 2007 haben sich die Chancen auf Bildung in diesem kleinen Ort durch den Bau des Emukhunzulu Education Centres erhöht. Vielen bedürftigen Kindern wurde dadurch erst der Besuch einer Schuleinrichtung ermöglicht. Mit Eröffnung der Julie Ndere Highschool im Jahre 2012 wurde das Bildungsangebot durch eine weiterführende Schule erweitert.